Auf Spurensuche am „Tatort Leben“

25 „Täter“ haben sich Amstetten-Dorf mit einem christlichen Kommissar auf die Suche nach eigenen Spuren im Alltag begeben.

Was bleibt übrig vom Tatort „Leben“? Manfred Maag sagt: „Nur wer Profil hat, kann Spuren hinterlassen.“ 25 Männer verfolgten jetzt in Amstetten die Fahndungsimpulse des Geschäftsführers der Christlichen Polizeivereinigung.

„An jedem Tatort bleiben Spuren zurück“, weiß Maag als ehemaliger Polizist und begab sich mit seinen Zuhörern im Gasthaus „Adler“ auf erkennungsdienstlichen Lehrgang an einen vermeintlich reinen Tatort von insgesamt drei: Der erste sei vom Blut des Verbrechens oberflächlich gesäubert, verborgene Spuren könnten aber durch den Einsatz von Luminol sichtbar gemacht werden. „Erscheint das Äußere auch noch so sauber, kann drunter trotzdem ziemlich viel Dreck schlummern“, so Maag, der damit angekommen war beim Thema „Alltag von Jedermann“. Jeder Mensch sei Täter, denn jedes Leben hinterlasse Spuren.

„Welche Spuren legen Christen in ihrem Umfeld? Wie ist das eigene Spannungsfeld in der Wertediskussion um Vertrauen, Engagement, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit? Was geben wir von uns an Deutschlands beliebtestem Tatort namens Unzufriedenheit?“, fragte Maag. Der tägliche Nörgelsong mit Meckerrefrain erfreue sich besonderer Beliebtheit und besonders Deutsche seien Weltmeister der Negativäußerungen, wenn es um Arbeit, Löhne oder Urlaub gehe. Viele Neider sähen nur die eigene Pein mit Blick auf Andere, während Dankbarkeit für ein Leben im Wohl- stand, für Freiheit, Familie, Job und gute Beziehungen nur selten laut geäußert werde. „Reich ist der, der weiß, dass er genügend hat. Nörgeln macht die Atmosphäre kaputt“, mahnte Maag nach einer Reihe an Beispielen von Alltagstätern.

Zweiter Tatort: Betriebsamkeit durch viele Aktionen ohne Tiefe. „Was zählt im Leben? Wie soll meine Wirkung für andere sein? Ich bin überall ersetzbar, aber niemals als Partner und Vater“, meinte Maag. Viele Männer seien beruflich Profis und privat Amateure.

Seinen dritten Tatort überschrieb der Referent mit „Gere- de“. Bester Beziehungskiller sei negatives Schnattern über andere. „Beteiligen sie sich nicht am Geschwätz, sprechen sie Probleme an und überlegen sie bei dem, was sie sagen, ob es wahr, nützlich oder erforderlich ist.“ Letztlich erübrige sich oft manches Gespräch. Maag zufolge haben „Worte sehr viel Macht und wer positiv redet, wird zu einem anderen Menschen“. Am Ende müsse nämlich jeder die Frage beantworten, welche Spuren man selbst im eigenen Leben hinterlassen habe.

Brigitte Scheiffele

Männervesper 20