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20. August 2020

Kritik

Christliche Polizisten sind entsetzt über Satirevideo

Polizisten im Gespräch
Der Vorsitzende der Christlichen Polizeivereinigung (CPV), der Erste Kriminalhauptkommissar Holger Clas. Screenshot: ideaHeute

Hamburg (idea) – Ein Satirevideo der öffentlich-rechtlichen Jugendwelle "Funk" hat Entsetzen bei christlichen Polizisten ausgelöst. Das erklärte der Vorsitzende der Christlichen Polizeivereinigung, der Erste Kriminalhauptkommissar Holger Clas (Hamburg), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

In dem Film, den der Komiker Aurel Mertz auf Instagram veröffentlichte, verdächtigen zwei deutsche Polizisten einen nichtweißen Mann des Fahrraddiebstahls und erschießen ihn. Das Video erwecke „den absurden Eindruck, dumpfbackige deutsche Polizisten seien als rassistische Mörder auf der Jagd nach schwarzen Opfern”, erklärte Clas. Es verschiebe „die Grenze des Sagbaren in einen Bereich von Hass und Hetze” und leiste dadurch einen Beitrag zur Radikalisierung des politischen Diskurses.

Weiter sagte Clas, es sei "bitter", dass solche Beiträge durch die zwangsweise erhobenen Rundfunkbeiträge finanziert würden.

CDU–Politiker: Kritik an öffentlich&ndas;hrechtlichen Sendern

Der Generalsekretär der CDU Sachsen–Anhalt, der Europaabgeordnete Sven Schulze, bezeichnete das Video auf Twitter als „einen Schlag in das Gesicht aller Polizisten in Deutschland”. Es sei ein Grund dafür, dass die CDU Sachsen–Anhalt eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages verhindern wolle.

Der medienpolitische Sprecher der CDU–Fraktion im dortigen Landtag, Markus Kurze, erklärte in einer Pressemitteilung, das Video verunglimpfe die Polizei. Es zeige „eindrucksvoll, wie mit öffentlichen Geldern nicht umgegangen werden sollte”.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Frank Überall (Berlin), warf den Politikern daraufhin in einer Pressemitteilung einen "Zensurversuch" vor. Sie wollten „politisches Wohlverhalten durch finanziellen Druck erzwingen”. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sei es aber strikt untersagt, den Rundfunkbeitrag an inhaltliche Aspekte des Programms zu koppeln.

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