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03. Oktober 2021

Polizei: Zwischen den Fronten zerrieben

Hartmut Jaeger
Der Geschäftsführer der Christlichen Verlagsgesellschaft in Dillenburg, Hartmut Jaeger. Foto: privat

Hamburg (IDEA) – Zu Gottvertrauen auch in widrigen Lebens– und Berufsumständen hat der Geschäftsführer der Christlichen Verlagsgesellschaft in Dillenburg, Hartmut Jaeger, christliche Polizisten ermutigt.

Bei einer Online–Konferenz zum Thema "Mut oder Wut? Dienst in stürmischen Zeiten" der Christlichen Polizeivereinigung (CPV) sagte Jaeger am 29. September, Wut habe oft ihre Ursache in einem Hunger nach Gerechtigkeit. Jaeger: „Du suchst nach Gerechtigkeit und landest dann in einer ausweglosen Situation.” Die Jünger Jesu hätten etwas Ähnliches erlebt, als sie auf dem See Genezareth in einen Sturm gekommen seien, erläuterte Jaeger und verwies auf entsprechende Berichte in den drei Evangelien von Matthäus, Markus und Johannes im Neuen Testament.

Jaeger räumte ein, dass die Frage nach dem Leid die rätselhafteste Frage im Leben sei. Dazu sagte er: „Manchmal müssen wir durch tiefe Täler, vielleicht auch den Tod in nächster Umgebung erleben, damit Gott mit seinen Plänen zum Ziel kommt.” Die Bibel zeige, dass Jesus Christus komme und rede: „Immer wenn Gott redet, verändert sich etwas – nicht in erster Linie die Umstände, aber auf jeden Fall die Perspektive.”

Ein Problem der heutigen Zeit sei es aber, „dass immer weniger Menschen bereit sind, einfach mal zuzuhören, was Gott zu sagen hat.” Jaeger räumte ein, dass man Gottes Handeln nicht immer verstehe. Da helfe es, Gott zu vertrauen und daran festzuhalten, dass er es gut meine. Wie er der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA ergänzend sagte, gibt es keine Berufsgruppe, die so zwischen den Fronten zerrieben wird wie die Polizei. Deshalb brauche sie Ermutigung.

CPV-Vorsitzender: Zu Unrecht in die rechtsextreme Ecke gestellt

Wie der Vorsitzende der Christlichen Polizeivereinigung, der Erste Kriminalhauptkommissar Holger Clas (Hamburg), IDEA sagte, sind nicht wenige Polizisten häufig frustriert, weil sie von manchen Medien kampagnenartig zu Unrecht in den Dunstkreis rechtsextremistischer Bestrebungen gestellt würden. Auch die Corona–Pandemie mache ihnen zu schaffen, weil staatliche Auflagen von ihnen und der Gesellschaft nicht immer als verhältnismäßig empfunden würden. Clas: „Die Akzeptanz des Staates und damit auch der Polizei in der Bevölkerung nimmt spürbar ab.” In diesem Spannungsfeld Dienst zu tun, sei zermürbend.

Nicht zuletzt nehme die direkte Gewalt gegen Polizeibeamte zu. Sie gehe leider überproportional von Migranten aus, die 30 Prozent aller Täter stellten. So hätten bei den Krawallen in Frankfurt am Main und Stuttgart vor einem Jahr überdurchschnittlich viele Straftäter einen Migrationshintergrund gehabt. Doch in den Medien seien die Täter als "Partyszene" verniedlicht worden. Dabei habe ein Stuttgarter Polizist der Leitzentrale während der Ausschreitungen in die Leitzentrale berichtet, dass "Krieg" herrsche.

Neuer Geschäftsführer gesucht

Wie Clas weiter erläuterte, ist der bisherige CPV–Geschäftsführer Manfred Maag (Winterlingen bei Tübingen) Mitte des Jahres nach 33 Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden. Nun suche man einen Nachfolger, der dem kommissarischen CPV–Geschäftsführer und Seelsorger Johann Rempel (Heiligenhaus bei Essen) zur Seite steht.

Parallel entwickle man in den Sozialen Medien neue Konzepte, die besonders junge Polizisten ansprechen sollen. Erfreut zeigte er sich darüber, dass Videoimpulse auf YouTube bis zu 16.400–mal aufgerufen wurden und 3.300 Abonnenten die Arbeit der CPV auf Facebook verfolgten.

Die Christliche Polizeivereinigung ist international vernetzt und hat Verbindungen zu rund 4.000 Polizisten. Ein Freundeskreis umfasst gut 1.500 Personen aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Kultur. In Deutschland sind 322.600 Polizisten tätig.

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