Der in der Christlichen Polizeivereinigung tätige Christian Frank musste seinen Hilfseinsatz in Australien wegen Corona abbrechen

verbranntes Haus

Christian Frank bekam einen der letzten Flüge. Der Polizeioberkommissar aus dem ostwestfälischen Warburg war am 24. Februar nach Australien geflogen, um ehrenamtliche Aufbauhilfe für die Opfer der verheerenden Brände der vergangenen Monate zu leisten. Statt der geplanten sieben Wochen waren es aber nur drei: Am 18. März erreichte ihn die Mail des Auswärtigen Amtes mit der dringenden Aufforderung, wegen der Corona–Krise so schnell wie möglich nach Deutschland zurückzukehren. Am 20. März saß er wieder im Flugzeug nachhause. Kurz darauf brach wegen der Pandemie der weltweite Flugverkehr fast völlig zusammen. Viele freiwillige Helfer aus aller Welt sitzen auf unbestimmte Zeit noch in Australien fest, berichtet Frank.

Der 34–jährige Christ, der in der Christlichen Polizeivereinigung (CPV) engagiert ist, nutzt seinen Urlaub seit Jahren immer wieder, um bei Hilfsprojekten in aller Welt anzupacken. So war er in Ghana (2006), in Mali/Mauretanien (2009), in Russland (2011), in Burkina Faso (2012) und in Tansania (2013, 2014 und 2017). In Australien beteiligte er sich an einem Einsatz der Hilfsorganisation BlazeAid (Brandhilfe). Deren Ziel ist, nach Naturkatastrophen den Familien und Einzelpersonen im ländlichen Australien zu helfen, Zäune zu reparieren und kleinere Gebäude wieder aufzubauen.

In Australien wüteten die Buschbrände in den vergangenen Monaten so verheerend wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Flammen loderten von Juni 2019 bis März 2020. Nach einer Übersicht des australischen Klimarates brannten 12,5 Millionen Hektar nieder, das entspricht einem Drittel der Fläche Deutschlands. 33 Menschen starben, 3.000 Wohnhäuser wurden zerstört. Im Januar halfen starke Regenfälle dabei, die Brände zu löschen. Aber sie lösten auch Überschwemmungen aus, die weitere Schäden anrichteten. 

Bewegende Erlebnisse
Frank wohnte zusammen mit freiwilligen Helfern aus aller Welt in einem der 37 Zeltlager von BlazeAid in dem am schwersten betroffenen Bundesstaat New South Wales im Südosten des Landes. Geleitet wurde sein Einsatz von einem Mitglied der christlichen Polizistenvereinigung Australiens, dem Polizeioffizier Rob Mc Call. Für die „Volunteers“ (Freiwillige) bedeutete der Einsatz schwere körperliche Arbeit unter extremen Wetterbedingungen von über 38 Grad im Schatten und einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Belohnt wurden sie durch beeindruckende Begegnungen und Erlebnisse. „Es war toll, die Herzlichkeit der Menschen zu erleben, die durch die Katastrophe zum Teil alles verloren haben. Selbst für kleine Hilfsarbeiten bedanken sie sich mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.”Frank erinnert sich zum Beispiel an die Farmerin Brenda, die durch das Feuer ihr Haus verlor. „Sie war zu diesem Zeitpunkt in der Stadt und passte auf ihre Enkelkinder auf. Wäre sie zu Hause geblieben, hätte sie das Feuer nicht überlebt”, erzählt Frank. Zur Zeit lebe sie in einem Wohnwagen und warte auf die Unterstützungszahlungen des Staates. Am meisten beeindruckte Frank, dass sie den Helfern anbot, ihnen die Spritkosten für die Fahrt zu ihrer Farm zu erstatten. „Sie hatte alles verloren und war trotzdem bereit zu geben. Selbstverständlich haben wir abgelehnt.”
Bewegende Begegnungen gab es auch unter den Helfern. Unter ihnen waren viele Christen, berichtet Frank. „Am ersten Tag erzählte ich einem anderen Aufbauhelfer, Greg, dass ich für einen anderen Menschen fastete, damit Gott sich ihm offenbart. Da bat Greg direkt um Stille und fing an, für diesen Menschen zu beten.” 
Seit seiner Rückkehr nach Deutschland ist der Polizeibeamte wieder im Dienst. Die übriggebliebenen vier Wochen Urlaub will er aufheben – um sie für einen anderen ehrenamtlichen Hilfseinsatz nutzen zu können.

© idea Spektrum 15/2020 Dr. David Wengenroth

Hilfe beim Wiederaufbau nach Buschfeuern in Australien

Christian Frank

Momentan ist Polizeioberkommissar Christian Frank als CPV–Mitarbeiter in Brisbane/Australien, um Polizeibeamten, die aufgrund der Buschfeuer und Überschwemmungen Schäden erlitten haben, ehrenamtlich bei Aufbaumaßnahmen zu unterstützen.

Dieser Einsatz diente auch der Förderung der interkulturellen Verständigung zwischen der Polizei Deutschland und der Polizei Australiens. Geleitet wurde der Einsatz vor Ort durch den australischen Polizeioffizier Rob Mc Call, der Mitglied unserer australischen ICPF–Partnerorganisation (International Christian Police Fellowship) ist. Christian Frank berichtete aus Australien:

Die Reise nach Australien begann für mich mit einem Schneesturm und einer zweistündigen Verspätung am Düsseldorfer Flughafen. Stunden später – am 27. Februar – wurde ich in Brisbane von Rob herzlich empfangen. Rob hat bis jetzt die Führungsstelle der Polizei in Brisbane geleitet und wird diese Woche pensioniert. Bis Ende 2019 war er Vorsitzender der örtlichen CPV.

bei Aufräumarbeit

In den ersten Tagen meines Aufenthalts wurde ich von Rob und seinem Schwager, Pastor Nick, auf meinen Einsatz vorbereitet. Sonnenschutz (50+), Moskitospray, Dehydrationstabletten, ein Zelt und eine australische Sim-Karte mussten besorgt werden, bevor es weiter nach Casino/New South Wales ging.

In Casino hat die Organisation BlazeAid eines ihrer 37 Camps aufgeschlagen. Ziel der Nichtregierungsorganisation ist, nach Naturkatastrophen wie Buschfeuern oder Überschwemmungen Familien und Einzelpersonen im ländlichen Australien zu helfen, Zäune zu reparieren und kleinere Gebäude wiederaufzubauen. Nicht weniger wichtig ist auch die damit verbundene Belebung der lokalen Gemeinschaft. Alle Arbeitsmaterialien, Anhänger und auch Nahrungsmittel werden aus Spenden finanziert. Freiwillige unterschiedlichster beruflicher Prägung, Rentner, Veteranen, Handwerker, Ingenieure und Angehörige des "Blaulichtmilieus" unterstützen die Betroffenen vor Ort und helfen dort, wo andere Organisationen sich nicht zuständig sehen. Letzte Woche ist im Camp eine Einheit englischer Feuerwehrmänner angekommen, die einen Teil ihres Urlaubs für die Hilfsaktion einsetzen.

Ich arbeite hier Seite an Seite mit Chris, einem Feuerwehrmann aus Brisbane, Marcel, einem Krankenpfleger, und Lisa, einer Krankenschwester aus Deutschland. Auch eine kanadische Kollegin ist mit dabei.

Aufgrund der extremen Wetterbedingungen von über 38 Grad im Schatten und einer hohen Luftfeuchtigkeit beginnt der Arbeitstag bereits um 6 Uhr morgens. Nach einem gemeinsamen Frühstück gibt es eine kurze Lagebesprechung, dann fahren alle Teams in ihr Einsatzgebiet und arbeiten dort bis 15 Uhr. Während des Abendessens berichten die einzelnen Gruppen von ihren Erfahrungen.

Da ist Ben, dem wir geholfen haben, neue Pfosten für seinen Zaun aufzustellen. Ben ist Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr und war während der Feuer durchgehend im Einsatz. Bei seiner Rückkehr musste er feststellen, dass sein eigener Zaun, der seine Farm vor wilden Tieren schützen soll, durch umgestürzte Bäume zerstört worden war.

Am Samstag haben wir den Zaun von Tracy repariert. Mit dem Ausbruch der Buschfeuer starb ihr Vater. Kurz darauf wurde ein Teil ihrer Herde gestohlen. Da sie die hohen Versicherungsbeiträge nicht bezahlen konnte und die von der australischen Regierung bereit gestellten Hilfsgelder bei weitem nicht ausreichen, ist auch sie auf die Hilfe von BlazeAid angewiesen.

Es ist beeindruckend, bei all der Arbeit die Herzlichkeit der Menschen zu sehen, die durch die Katastrophe zum Teil alles verloren haben. Selbst für kleine Hilfsarbeiten bedanken sie sich mit einem großen Lächeln im Gesicht.

Christian Frank, CPV–Gruppe Ostwestfalen/Lippe